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Es ist kinderleicht!

13.04.2015 11:05:06

Wie ihr ja wisst, führe ich seit vielen Jahren ehrenamtlich mein Projekt „wilde Heimat“ mit Kindergruppen durch.

 

Ich habe ja schon mehrfach ausführlich darüber berichtet.

 

Immer wieder werde ich gefragt, wie so ein Vormittag aussieht, den ich so plane und wie man ihn durchführt. Viele erkennen aktuell, dass die Aufklärungsarbeit in der Jugend an Relevanz gewinnt. Die Gestaltung ist dabei stark von meinen beruflichen Kenntnissen beeinflusst. Wie einige bereits wissen, bin ich ausgebildete Heilpädagogin, Erzieherin und Gesundheitserzieherin nach Kneipp. Dieses Fachwissen nutze ich, um die Stunden didaktisch und altersgerecht aufzubauen.

 

Aus diesem Grund habe ich für euch mal einen „Beispiel-Vormittag“ ausgearbeitet, vielleicht weckt es in euch die Motivation, selber mal bei einem Kindergarten in der Nachbarschaft oder der Schule solch ein Projekt anzubieten. Hilfestellung könnte euch hierbei auch unser neues Seminar leisten, das wir vom Team der Jagdwelt anbieten.

 

Es handelt sich um ein Seminar, das unter meiner Leitung stattfinden wird. Hier werde ich gemeinsam mit den Teilnehmern ihre eigene Gestaltung eines Vormittags mit Schulen und Kindergärten erarbeiten. Die Teilnehmer erhalten Anregungen für das eigene Konzept, Tipps aus meiner Praxis und fundiertes Wissen auf Grund meines beruflichen Hintergrunds.

 

Anfragen hierzu könnt ihr gerne an das Team der Jagdwelt richten, das die Organisation übernehmen wird. Habt ihr außerdem Interesse an Infomaterialien für eure eigens gestalteten Vormittage, könnt ihr auch hierzu eure Anfragen an unser Team richten.

 

 

Was ist durch die Kinder mitzubringen?

 

Sitzunterlagen, Proviant

 

 

Was benötige ich für die Vorbereitung?

 

Spiegelfliesen, Decke, Exponate, Klebestreifen (Namensschilder), Stifte, Desinfektionstücher (für das Frühstück), Papiertüten, Lederbänder, Federn, Fellreste, Perlen (alte Autositzauflage), Infomaterial, Rezeptheft, Urkunde, Buch: Gibt es denn hier Stinktiere?

 

 

Was im Vorfeld wichtig ist:

 

Ich teile diese Vormittage immer in drei Hauptphasen: Einleitung/Begrüßung, Hauptteil, Abschluss.

 

Die einzelnen Phasen sind zwar geplant, jedoch bin ich immer flexibel und gehe auf die jeweilige Gruppe ein. Ihr werdet merken, dass jede Gruppe eigene Schwerpunkte entwickelt und es total Spaß macht, wenn man sich auf diese Schwerpunkte einlässt.

 

Man muss wissen, dass Kinder erst mal nur das lernen, was sie interessiert und emotional betrifft. So ist es immer mehr als sinnvoll im Dialog mit der Gruppe zu sein. Kein Monolog, sondern eine Interaktion wird diesen Vormittag zum Erfolg für alle machen.

 

Ich habe die Gruppen mit ihren Erziehern, Lehrern oder auch Eltern zu einem Treffpunkt im Revier eingeladen.

 

 

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Einführung/ Begrüßung:

 

Am Treffpunkt im Revier hole ich dann die Gruppe ab. Hier findet die kurze Begrüßung statt. Ich stelle mich vor und erzähle kurz was wir an diesem Tag erleben werden.

 

Dann bitte ich die Erwachsenen die Namen der Kinder auf Klebeetiketten zu schreiben und sie den Kindern an die Jacke zu heften. Das hilft mir, die Kinder mit dem richtigen Namen anzusprechen. Das Notieren der Namen kann durchgeführt werden, während wir den kleinen Spaziergang zum Ort im Revier machen, an dem ich alles vorbereitet habe.

 

Dieser kleine Fußweg ist ratsam, denn so können sich die Kinder ein wenig bewegen und sind dann konzentrierter und aufnahmefähiger. Die Phasen des Zuhörens und der Bewegung wechseln sich an dem Vormittag immer ab. Das ist wichtig, denn sonst wird es zu anstrengend für die Kinder.

 

Diese Abwechslung, das werdet ihr sehen, ist der Schlüssel zu einer konzentrierten und aktiven Gruppe.

 

Ich führe die Gruppe dann zu einem Ort, an dem ich verschiedene Exponate aufgebaut habe und eine große Decke ausgebreitet habe. Dort versammeln wir uns. Die Kinder setzen sich auf die mitgebrachten Sitzunterlagen rund um die Decke (Sitzunterlagen und Proviant sollten die Kinder mitbringen, das sollte man vorab mit den Erziehern besprechen).

 

 

Hauptteil:

 

Ich frage die Kinder, ob sie zuvor schon im Wald waren und was dort anders ist, als in der Stadt. Dabei gehe ich auf die sich entwickelnden Dialoge ein.

 

Dann bitte ich die Kinder, die Augen zu schließen und zu lauschen (ca.30 Sek.) Anschließend besprechen wir die Geräusche. Das gleiche kann man übrigens auch mit anderen Sinnen machen, z.B. mit dem Geruchssinn.

 

Ich leite nun über zu den Exponaten und bitte die Kinder dorthin zu gehen und sich alle anzuschauen. Anfassen ist dabei ausdrücklich erwünscht.

 

Kinder benutzen alle Sinne um zu verstehen und zu „be“greifen.

 

Nach und nach sprechen wir die Tiere durch und auch das Thema Jagd findet hier Platz. Ich schlage den Kindern nun vor, sich einmal das Zuhause dieser Tiere genauer anzusehen und verteile Spiegelfliesen (Ränder abkleben, um scharfe Kanten zu vermeiden), mit denen die Kinder die Umgebung erkunden können (Dauer ca. 15 Minuten).

 

Für Kinder ist es faszinierend, die Welt aus den unterschiedlichsten Perspektiven zu sehen. Baumkronen im Spiegel betrachtet oder die Unterseite von Pilzen: Dem Forscherdrang sind kaum Grenzen gesetzt.

 

Anschließend versammeln wir uns wieder an der Decke und es ist Zeit für die Frühstückspause (Desinfektionsmittel oder Tücher verteilen - Fuchsbandwurm! Dauer ca. 15 Minuten). Ich lese nun mein Buch vor. Oft beginne ich schon während die Kinder noch essen. Dabei ist es schön zu sehen, wie gut sie schon aufgepasst haben und wie viel sie schon beantworten können. Denn auch das Buch lese ich nicht einfach nur herunter, sondern binde die Kinder mit Fragen in die Geschichte ein.

 

Nach dem Vorlesen verteile ich Papiertüten und lasse die Kinder nun „Schätze“ sammeln. Dabei handelt es sich zum Beispiel um schöne Blätter, Federn oder Eicheln (Dauer ca. 15 Minuten).

 

 

Abschluss:

 

Dann nehmen wir wieder am Rand der Decke Platz und sprechen über die Fundstücke der Kinder.

 

Anschließend verteile ich nun Lederbänder und stelle Kisten mit Federn, Fellresten und Holzperlen (alte Autositzauflage) auf die Decke. Wer mag, kann sich nun ein Andenken basteln, also zum Beispiel eine Kette oder einen Taschenanhänger. Die Kinder können hierfür Perlen auf die Lederbänder fädeln und/oder an die Schätze knoten.

 

Solange die Kinder nun beschäftigt sind, sammele ich die Papiertaschen der Schatzsuche und Namensschilder ein. Ich beklebe die Taschen mit den Schilden und gebe Infomaterial zum Wald, Wild und der Jagd hinein. Auch ein kleines Rezeptheftchen für Wildrezepte lege ich dazu - die Eltern freut es dann auch (Infomaterial sowie Rezepte erhält man bei verschiedenen Jagdverbänden).

 

Ich habe immer auch eine Urkunde vorbereitet, hier trage ich die Namen der Kinder ein und auch diese kommt in die Tüte.

 

Nachdem ich den Kindern nun die Tüten überreicht habe, begleite ich die Gruppe wieder zum Treffpunkt und verabschiede mich.

 

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Dieses Vorgehen ist nur eine Variante. Sie dient einfach als Anregung, denn es gibt unzählig viele Möglichkeiten und Ideen - ihr werdet dabei schnell euren eigenen Stil entwickeln.

 

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig Lust machen, selber mal aktiv zu werden. Ihr werdet sehen, es ist eine tolle Sache und sicher keine vertane Zeit.

 

 

Wer für eine Sache brennt, kann Feuer in anderen entfachen….

 

Viel Spaß beim Umsetzen und lasst uns teilhaben an euren Aktionen!

 

Eure Niko