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Schottland

16.10.2015 11:44:00

Aufgeregtes hin und her auf der großen Jagdwelt Baustelle in Fürstenau. Die Chefs regeln noch die wichtigen Belange, während ich einen Kaffee mit Simon und Gela im Büro trinke. Max macht derweilen alle Waffen reisefertig. Dann ist es soweit, ich drücke Gela noch einmal feste und wir steigen in die Autos. Frank, Max und ich in das Eine; Stefan, Jörn und Dirk ins Andere. Auf geht's Richtung Amsterdam - dort wartete unsere Fähre.

 

Die Laune ist bestens und die Vorfreude groß. Gegen 16.00 Uhr erreichen wir den Hafen und lassen uns von der riesigen Fähre verschlucken. Wir packen die nötigsten Dinge für die Übernachtung und betreten den Passagierbereich. Erstmal die Kabinen suchen und die Klamotten loswerden und dann ein Bier auf Deck in der Sky-Bar - so ist der Plan. Nun ja, die Kabine... Hmm... Was soll ich sagen... Sehr sehr klein! Und ich muss sie mit Frank und Max teilen... Na supi! Wehe einer schnarcht!!

 

Nachdem ich mich geistig nun von dem Luxus einer Privatsphäre verabschiedet habe, steigen wir die Treppen zum Deck hoch. Herrlich ist die Aussicht. „Sky-Bar“, der Name ist absolut gerechtfertigt. Wir genießen die Sonne im windgeschützten Bereich bis uns der Hunger wieder unter Deck treibt. Die Auswahl der Restaurants ist vielseitig aber die Preise sind gesalzen. Voll gefuttert suchen wir uns ein nettes Plätzchen mit live Musik und trinken Cocktails... was kostet die Welt? ... Irgendwann wird es uns aber zu blöde, für ein Getränk Unsummen auszugeben und wir beschließen den restlichen Abend oben auf Deck mit Dosenbier zu verbringen. Max sorgte für Musik und wir saßen lange unter dem Blutmond auf See zusammen. Ein klasse Einstieg für unsere gemeinsame Reise und selbst die Nacht in der Mini-Kabine war absolut okay.

 

Nach einem leckeren Frühstück legt die Fähre dann in Edinburgh an. Achtung Max, Linksverkehr! Zu meiner Erleichterung stelle ich fest, dass Max die Umstellung perfekt meistert. Naja, zwei kleine Aussetzer waren dabei, aber hey, wozu gibt es die Lichthupe? Nach vier Stunden Autofahrt erreichen wir unsere Unterkunft in Kingussie. Ein wunderschönes Haus, im klassischen Stil eingerichtet: urig, gemütlich und gastfreundlich. Wir lernen Graham, unseren Jagdherren kennen und treffen auf Patrick Kastner, mit dem wir dort zur Jagd gehen werden.

 

Graham erklärt uns, dass das Wetter zurzeit sehr untypisch warm und sonnig ist und es somit sehr schwer sein wird, unbemerkt an die Rudel heranzukommen. Graham teilt uns in Gruppen und so steht fest, dass Patrick, Max und ich, die Jäger am folgenden Tag nicht begleiten können. Wir beschließen den Tag zu nutzen und ein paar Aufnahmen an Sehenswürdigkeiten in Schottland zu machen. Nachdem wir von Grahams Frau fürstlich bekocht wurden, lassen wir den Abend im Kaminzimmer vor dem flackernden Feuer mit einem Bier ausklingen.

 

Nach einer kurzen Nacht wache ich um 05:00 Uhr auf. Ich bin eben kein Langschläfer und mich treibt‘s raus. Leise verlasse ich das Haus und folge einem kleinen Pfad, der zu einer großen Wiese führt, die wiederum bis zur Waldkante reicht. Dort will ich hin. Mal schauen, ob ich die Hirsche hören kann oder ein Stück Wild in Anblick bekomme. Ich bin in Gedanken vertieft, als mich jemand anspricht. Himmel! Damit hatte ich nicht gerechnet. Es ist Graham - auch ihn treibt es immer in der Frühe raus, wie er mir erzählt. Wir haben schnell einen guten Draht zueinander und müssen lachen, weil es offensichtlich noch andere Verrückte auf der Welt zu geben scheint.

 

Nach einem kurzen Gespräch verabschieden wir uns und ich wandere hinauf zum Wald, setze mich auf eine alte Steinmauer und genieße die anbrechende Dämmerung. Um 7:00 Uhr, passend zum Frühstück, bin ich wieder am Haus. Dort werde ich von den Jungs mit Kopfschütteln begrüßt. „Ich kann nicht lange schlafen“, entschuldige ich mich und zwinkere ihnen zu. Die drei Jäger brechen auf und Patrick, Max und ich bleiben zurück. Der Tag verläuft sehr entspannt, wir haben viel Spaß zusammen und drehen ein paar interessante Einstellungen an Sehenswürdigkeiten wie das "House of Bruar", für Patricks neuen Schottlandfilm.mAls wir am Abend zur Unterkunft zurückkehren, erfahren wir, dass Frank Waidmannsheil hatte. Klar, dass dieser Abend wieder am Kamin mit einem oder zwei Bierchen endet.

 

So vergehen die Tage auch wie im Flug, ich erkunde in den Morgenstunden die Umgebung, tagsüber gehen die einen Jagen, während die anderen sich die Zeit mit Kultur, Autofahren und jede Menge Spaß vertreiben. Während weitere Hirsche fallen, darf ich am Samstag einen Stalker bei seiner täglichen Arbeit begleiten. Wir kümmern uns um die Fasane und checken die Schafe auf den riesigen Weideflächen. Gemeinsam sind wir mit dem Quad unterwegs und ich bekomme Fahrstunden. Am Ende beherrsche ich das rote Ungeheuer schon richtig gut und wir fahren über die weiten Flächen, bis mir die Augen tränen.

 

Nachdem wir die Tiere versorgt haben, lassen wir das Quad zurück und steigen einen Berg hinauf, um für Graham und Max Sikawild ausfindig zu machen. Die beiden sind irgendwo dort im Hang unterwegs und pirschen. Wir liegen wiederum in einem anderen Hang, mit dem Rücken an einem großen Felsen gelehnt und beobachten mit dem Fernglas den Gegenhang. Eineinhalb Stunden hocken wir hier oben, der Wind weht hier und es beginnt zu nieseln. Wir unterhalten uns wispernd, da bricht in der Nähe ein Schuss.

 

Chris nimmt das Handy und ich erfahre, dass Max einen Sika erlegen konnte. Während ich den von Chris beschriebenen Weg folge, rennt dieser zurück um das Quad zu holen. Wir treffen uns an einem Gatter und warten dort auf Graham und Max. Zuerst hören wir die beiden, aber es dauert noch eine ganze Zeit, bis wir sie am Fuß des Berges sehen können. Max birgt seinen Sika selber, abgekämpft und mit einem stolzen Grinsen legt er den braven Hirsch ins Moos. Graham überreicht ihm den Bruch und ich drücke ihn feste. Waidmannsheil! Chris bringt den Hirsch anschließend mit dem Quad weg und wir drei laufen zurück zum Auto. Jagd verbindet. Du lernst einen Menschen erst dann wirklich kennen, wenn du mit ihm gejagt hast. Auch Stefan erlegt einen Tag später noch zusätzlich zu seinem Rothirsch, einen braven Sikahirsch.

 

Dann sitzen wir schon im Auto und nach einer sehr herzlichen Verabschiedung, fahren wir wieder Richtung Edinburgh, um gegen 16:00 Uhr die Fähre zu bekommen. Die Rückfahrt war genau wie die Hinfahrt eine wirklich gesellige Zeit. Zurück in Fürstenau haben Frank, Max und ich den Abend dann noch bei Frank Zuhause ausklingen lassen, bevor ich mich dann um 21:00 Uhr wieder ins Auto setze und Richtung Heimat fahre.

 

Komisch, aber man wächst in der gemeinsamen Zeit eng zusammen und so sehr man sich auf Zuhause freut, so sehr fehlten mir doch am nächsten Tag diese verrückten Jungs. Ich freu mich auf weitere, spannende Jagderlebnisse mit euch!

 

Eure Niko