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So schön es auch ist...

27.05.2015 19:38:32

Wie ihr ja nun wisst, ziehe ich seit ein paar Wochen einen Fuchswelpen auf. Felix entwickelt sich prächtig und stellt das ganze Haus und den Hof auf den Kopf und lernt nun gerade das Mäuse fangen.

 

Es ist anstrengend, wundervoll, ärgerlich und spannend zugleich ihn aufwachsen zu sehen. Jeder Tag bringt neue Überraschungen, vom zerkauten, teuren, neuen Pumps bis hin zum liebevollen Ankuscheln in den wenigen ruhigen Minuten, in so einem Jungfuchsleben.

 

Aber so niedlich wie es auch ist, ich möchte ganz deutlich darauf hinweisen das Felix kein Haustier ist und ich ihm lieber im Revier begegnet wäre... Er wurde bei uns im Revier von Landwirten gefunden, als diese eine alte Strohmiete weggeräumt hatten. Zuerst haben sie versucht die gefundenen Welpen ein wenig abseits in Sicherheit zu bringen, damit die Alte sie später abholen kann. Aber am Ende konnten sie den Anblick nicht ertragen, als die Krähen sich über die Kleinen hermachten… Felix war der einzige, den sie noch fanden und sie brachten ihn zu mir.

 

Da stand nun der junge Mann vor meiner Tür und hielt dieses hilflose Tier in den Händen, welches um sein Leben winselte… kalt, hungrig und ängstlich. Ich weiß natürlich, dass die Fuchspopulation hier sehr hoch ist und ich bejage genau aus diesem Grund diese faszinierenden Tiere.

 

Ja, nun werden vielleicht einige schon etwas auf der Zunge liegen haben, aber ich möchte euch dazu etwas sagen. Den Fuchs zu bejagen, ist hier ein wichtiger Teil der Gesunderhaltung der gesamten Population, so wie der Ausgleich zwischen Beute und Beutegreifer. Gerade weil ich diese Tiere liebe habe ich als Jäger die Aufgabe, eine Durchseuchung aufgrund einer Überpopulation und somit das elende Hinraffen dieser Tiere durch gezielte Bejagung zu vermeiden. Da ich auch verantwortlich für die Unterstützung der Artenvielfalt im Revier bin, muss ich die Balance zwischen Beutetieren und Räubern im Gleichgewicht halten. Der Fuchs liebt nämlich nicht nur Mäuse.

 

Das sind sicherlich meine Gründe, den Fuchs zu bejagen. Aber ich bekämpfe ihn nicht, ich liebe diesen wunderschönen, schlauen und so vorsichtig geschickten Räuber. Ist die Population im Einklang, bin ich nur der Beobachter und erfreue mich an den Stunden im Revier, in denen ich das Glück habe, diese Tiere zu erleben und sie zu studieren. Nichts anderes ist es, wenn einem dieses Wesen in die Hände gelegt wird. „Du bist doch für das Revier verantwortlich, du bist doch für die Tiere da“, so stand der junge Mann vor mir.

 

Und Recht hat er, es gibt einen wunderschönen alten Spruch und ich denke, dass er es im Grunde ganz gut trifft:

 

"Das ist des Jägers Ehrenschild,

 

daß er beschützt und hegt sein Wild,

 

waidmännisch jagt, wie sich’s gehört,

 

den Schöpfer im Geschöpfe ehrt.

 

Das Kriegsgeschoß der Haß regiert,

 

Die Lieb’ zum Wild den Stutzen führt:

 

Drum denk’ bei Deinem täglich Brot

 

Ob auch Dein Wild nicht leidet Noth?

 

Behüt’s vor Mensch und Thier zumal!

 

Verkürze ihm die Todesqual!

 

Sei außen rauh, doch innen mild, Dann bleibet blank Dein Ehrenschild!"

 

Oskar von Riesenthal

 

 

Ich entschied mich also den Kleinen aufzuziehen und ihm eine Chance zu geben. Und genau hier möchte ich sagen, dass ich mir für Felix ein normales Fuchsleben gewünscht hätte und mir ein ruhiges Leben, ohne zerbissene Schuhe, Pipipfützen in der Wohnung und kurzen Nächten aufgrund von Fläschchenfütterungen und kleinen Bauchmassagen. Aber manchmal kommt es eben anders, dann muss man das Beste daraus machen.

 

Für alle die jetzt durch die rosarote Brille schauen und sich einen kleinen Fuchs wünschen: Ein Fuchs, so wie jedes andere Wildtier, gehört in die Natur. Bitte lasst die Finger davon.Die beste Mutter ist die eigene und sie wird sich immer um ihre Kleinen kümmern, auch wenn sie für euch gerade nicht zu sehen ist. Sie ist da und sorgt hundert Mal besser für ihre Kleinen, als es je ein Mensch könnte.

 

Nur ein absoluter Notfall rechtfertigt solch ein Eingreifen.

 

Es ist mir ein absolutes Anliegen, das zu schreiben. Auch für die, die nicht begreifen können, warum man Füchse bejagt! Wir Jäger lieben unser Wild grenzenlos! Wir achten es und schützen es, wir verschreiben ihm unsere gesamte Freizeit, ja unser Leben.

 

Es ist tief in unseren Herzen verwurzelt und ein Stück unseres Seins, eine innige Verbundenheit, eine Verantwortung! Ich bin stolz ein Jäger zu sein!

 

Waidmannsheil,

 

Eure Niko